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Sicherheitspartnerschaft im Städtebau:

Justizministerin zeichnet Wohnobjekte mit Qualitätssiegeln für sicheres Wohnen aus / Städte- und Gemeindebund ist neuer Partner


Sicheres Wohnen ist gutes Wohnen. Aus diesem Grund überreicht Justizministerin Barbara Havliza regelmäßig das Niedersächsische Qualitätssiegel für sicheres Wohnen an Wohnungsunternehmen aus Niedersachsen. Am Mittwoch übergab Havliza in Hannover das begehrte Siegel für gleich vier Wohnobjekte an die kwg Hildesheim. Das Qualitätssiegel wurde von der Sicherheitspartnerschaft im Städtebau in Niedersachsen (SiPa) entwickelt. Die SiPa ist ein Zusammenschluss von 20 Partnern aus dem staatlichen und nichtstaatlichen Bereich, die sich zum Ziel gesetzt haben, Sicherheit im Wohnumfeld sowie im öffentlichen Raum zu stärken (siehe Hintergrund).

Ministerin Havliza: „Unser gemeinsames Ziel sollte es nicht nur sein, Straftaten zu verhindern. Wir sollten vielmehr auch zukünftig aktiv danach streben, dass Menschen sich jederzeit sicher fühlen dürfen und es auch sind. Ich begrüße deshalb ausdrücklich, dass die SiPa einen sehr umfassenden Ansatz pflegt, der nicht nur auf Schloss und Riegel abstellt, sondern explizit auf ein gutes Miteinander und die Verantwortung der Vermieter. Ein Qualitätssiegel erhalten daher nur Wohnungsunternehmen, die aktiv das Miteinander in Nachbarschaften stärken.“

Folgende Objekte wurden mit dem Prädikat „hohe Qualität“ ausgezeichnet:

  1. Wohnobjekt Sarstedt, Am Kipphut 2b: Der Neubau von 2021 ist ein Mehrfamilienhaus, das zwei Kindergartengruppen, eine Pflegewohngruppe für junge Menschen mit Behinderungen sowie 22 Mietwohnungen umfasst. Der technische Stand des Objekts – Fenster, Türen, Beleuchtung – entspricht der aktuellen Qualität. Die Wohnanlage wurde bei Erstbezug nach internen Regeln der kwg an Mieter frei vermietet. Sie hat beim Erstbezug besonders darauf geachtet, dass die Neu-Hinzuziehenden gut in den Bestand des Hauses passen.

  2. Wohnobjekt Sarstedt, Friedrich-Ebert-Straße 8 A: Diese Wohnanlage ist 2020 in Modulbauweise erbaut worden. Sie umfasst einen 2 bis 3 geschossigen Gebäudekomplex und insgesamt 16 barrierefreie Wohneinheiten. Die Zugangsbedingungen, technische Sicherung und Beleuchtung bewertete die Jury als gut. Vor dem Bau der Wohnanlage hat die kwg bereits in der Planungsphase das Landeskriminalamt beratend eingebunden. Die umfangreiche Betreuung durch die kwg macht das Leben für ältere Menschen dort sicherer und einfacher.

  3. Wohnobjekt Nordstemmen, Brunnenstraße 2: Das Objekt ist 2021 am Standort einer ehemaligen Gärtnerei entstanden. Es umfasst 19 Wohnungen mit 2 bis 4 Zimmern, die alle altersgerecht konzipiert sowie barrierefrei sind und sich an die Zielgruppe 60+ richten. Der Gebäudekomplex hat zu allen Seiten Fenster und ermöglicht somit eine soziale Kontrolle in die umliegenden Außenbereiche. Die Wohnungen sind über Laubengänge erschlossen und ermöglichen durch eine transparente, etwas ungewöhnliche architektonische Fassadengestaltung Ein- und Ausblicke. Das Gebäude verfügt über die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen.

  4. Wohnobjekt Algermissen, Ostpreußenstraße 14a: Das Objekt verfügt über eine hochwertige Ausstattung. Fenster, Wohnungs- und Außentüren sind mit hoher Sicherheitstechnik ausgestattet. Alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar und haben einen Balkon oder aber eine Terrasse. Ein „Kümmerer“ der kwg übergibt bei Einzug persönlich die Schlüssel und ist regelmäßig vor Ort. Durch die moderate Miete können Menschen mit überschaubarem Einkommen an dem hohen Standard partizipieren.

Zudem trat der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund der SiPa bei. Ministerin Havliza und der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Dr. Marco Trips, unterzeichneten die Beitrittsurkunde. Ministerin Havliza: „Die Sicherheitspartnerschaft ist ein echtes Erfolgsmodell. Mit dem Städte- und Gemeindebund hat sie ein wertvolles Mitglied hinzugewonnen. Darüber hinaus entwickelt sich die Partnerschaft auch inhaltlich weiter. Die neue Idee, künftig auch ganze Wohnquartiere zu begleiten und zu bewerten, begrüße ich ausdrücklich!“

Diese Weiterentwicklung beruht auf der Anregung aus den Kommunen, nicht nur einzelne Wohnprojekte auszuzeichnen, sondern ganze Viertel und Quartiere in den Blick zu nehmen. Daraufhin hat die SiPa einen komplexen Leitfaden und Kriterien zur Begutachtung und Bewertung von ganzen Quartieren entwickelt. Dieser Leitfaden wurde in den Quartieren Wunstorf „Barne“ und im Eisenbahnquartier Leinhausen in Hannover erfolgreich getestet. Die Initiatoren, welche für ihr Engagement und die hohe Lebensqualität seitens der SiPA erstmals die Auszeichnung „Lebenswertes Quartier“ entgegengenommen haben, waren der Präventionskreis Barne sowie das Wohnungsunterunternehmen Vonovia SE.

Hintergrund:

Die mehr als 20 Mitglieder der SiPa sind staatliche und nichtstaatliche Organisationen aus dem Bereich Planen, Bauen, Wohnen, Mobilität und Sicherheit. Die SiPa wird vom Landespräventionsrat im Niedersächsischen Justizministerium koordiniert. Ziel ist es, Sicherheit im Wohnumfeld sowie im öffentlichen Raum durch präventive Ansätze zu stärken. So soll Kriminalität gemindert und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig verbessert werden. Mehr zur SiPa, zu ihren Partnern und ihren weiteren Zielsetzungen erfahren Sie unter www.sicherheit-staedtebau.de.

Das Qualitätssiegel ist 2011 von der Sicherheitspartnerschaft im Städtebau eingeführt worden, um Wohnanlagen auszuzeichnen, die über einen hohen Sicherheitsstandard verfügen und dieses im Rahmen eines Audits nachweisen können. Das Siegel wird ausschließlich an Objekte verliehen, die über bestimmte Qualitäten in drei Schutzdimensionen verfügen und dieses auch nachweisen können. Dabei geht es um Schutz durch architektonische Gestaltung und bautechnische Ausgestaltung, um sozialen Schutz durch Nutzungsverantwortung und um den Schutz durch Management.

Die Auszeichnung für gelungene Prävention fügt sich in das Bestreben des Justizministeriums ein, die Sicherheit des Wohnraums zu verbessern. Dazu gehört auch die Einrichtung spezialisierter Dezernate und gebündelter Zuständigkeiten bei den Staatsanwaltschaften. Dadurch ist es möglich, bandenmäßig begangene Einbruchskriminalität und organisierte Angriffe auf den Schutzbereich der Wohnung besser verfolgen zu können.

In Niedersachsen sind aktuell starke Rückgänge bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen zu verzeichnen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2021 für Niedersachsen 5.175 Wohnungseinbrüche registriert. Im Jahr zuvor wies die Statistik noch 7.738 Wohnungseinbruchsdiebstähle aus.

Schmuckgrafik   Bildrechte: MJ

Artikel-Informationen

erstellt am:
07.07.2022

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