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Jahresbericht der Stiftung Opferhilfe vorgestellt

Justizministerin Havliza: „Es ist so wichtig, dass sich die Betroffenen aus dem Schatten wagen.“


Justizministerin Barbara Havliza hat heute in Oldenburg gemeinsam mit Geschäftsführer Hanspeter Teetzmann den Jahresbericht der Stiftung Opferhilfe für das Jahr 2021 vorgestellt. Die Stiftung Opferhilfe und ihre hauptamtlichen Justizsozialarbeiterinnen und Justizsozialarbeitern haben die Aufgabe, den Betroffenen von Straftaten beizustehen.

Laut Jahresbericht wurden im Jahr 2021 insgesamt 2.282 Betroffene von den elf regionalen Opferhilfebüros betreut. Trotz der Pandemie blieb diese Zahl weitgehend konstant, im Jahr 2020 waren es 2.400 Personen. Die Personen, die um Hilfe nachsuchen, sind zu 83 Prozent Frauen. Die Zahl der Neufälle bewegt sich ebenfalls auf einem konstanten Niveau (2020: 1.651; 2021: 1.574). Einen Anstieg gab es bei der Zahl der zu Betreuenden in den Bereichen „Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ (2020: 675; 2021: 683) und „Betrug“ (2020: 24; 2021: 41).

Justizministerin Havliza: „Es ist so wichtig, dass sich die Betroffenen aus dem Schatten wagen und um Hilfe nachsuchen. Ich begrüße es ausdrücklich, dass sich so viele Menschen an die Stiftung Opferhilfe wenden. Ich kann nur alle Betroffenen ermutigen, nicht zu schweigen. Die Stiftung Opferhilfe bietet dafür vielfältige Unterstützung und leistet sehr wertvolle Arbeit. Die Stiftung ist letztlich zu dem Zweck geschaffen worden, dass man Ihre Hilfe in Anspruch nimmt!“

Einen Anstieg der Hilfesuchenden im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt konnten die Stiftung Opferhilfe im vergangenen Jahr nicht verzeichnen. Jedoch: Der Trend im 2. Quartal 2022 verzeichnet einen Anstieg der Fallzahlen um 17 % zum Vorjahr. So gehen die Opferhelferinnen und Opferhelfer davon aus, dass nun insgesamt eine Steigerung der Fallzahlen in allen Bereichen zu erwarten ist. Erfreulich ist, dass die Vermittlungsquote seitens der Polizei an die Stiftungsmitarbeitenden gestiegen ist (+ 2 %). Dies zeigt von der sehr guten Zusammenarbeit beider Institutionen.

Hanspeter Teetzmann: „Unsere Opferhelferinnen und Opferhelfer zeigen das ganze Jahr viel Engagement, Energie und Eifer, sie leisten großartige Arbeit. Die Stiftung Opferhilfe hat sich in den vergangenen Jahren zudem immer weiterentwickelt. Zu nennen ist etwa die psychosoziale Prozessbegleitung. Kinder und Erwachsene haben in Niedersachsen einen Anspruch darauf, dass sie als Betroffene professionell in den belastenden Strafverfahren begleitet werden. In unserem Bundesland gilt die Besonderheit, dass das Land alle Prozessbegleitungen finanziert und so – über die Regelungen des Bundes hinaus – alle Opfer begleitet werden können. Die Stiftung Opferhilfe ist hier der größte Kooperationspartner und trägt wesentlich dazu bei, dass die psychosoziale Prozessbegleitung in Niedersachsen auch bei den Qualitätsstandards führend ist.“

Zu den Finanzen: Ein Großteil ihrer Einnahmen erhält die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen aus Zuweisungen der Gerichte und Staatsanwaltschaften, welche die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen als Empfänger von Zahlungen aus Geldauflagen in Strafverfahren festlegen. So erhielt die Stiftung aus Geldauflagen insgesamt 466.711, 35 Euro. Zweitgrößter Posten waren sog. rückläufige Opferhilfen, daraus flossen der Stiftung insgesamt 161.010,92 Euro zu.

Der Jahresbericht der Stiftung Opferhilfe macht zudem deutlich, dass die Stiftung nicht nur mit einem breit gefächerten professionellen Beratungsangebot für Kriminalitätsopfer aufwarten kann. Mit vielen Fotos bestückt, gibt der Bericht Eindrücke aus dem vergangenen Jahr wieder. Zentraler Bestandteil des Berichts sind die kreativen, regionalen Veranstaltungen der Opferhilfebüros zum 20-jährigen Bestehen der Stiftung im Jahr 2021. So wurden themenbezogene Vorträge, Theaterstücke und Lesungen dem interessierten Publikum angeboten. Ein Erklärfilm über das Angebot entstand in dieser Zeit ebenso wie ein Imagefilm über die Stiftung. Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres war der Opferhilfekongress in Osnabrück. Auch hier gewährt der Bericht mit vielen Bildern der Beteiligten einen Einblick in die spannende Fachveranstaltung.

Das Buch „Türen öffnen – Einblicke in die Arbeit der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen“ wurde mit viel Engagement der Opferhelferinnen und Opferhelfer fertiggestellt. Wenn Sie erfahren wollen, wie die Stiftung arbeitet, finden sie in diesem Werk genügend Beispiele aus der Praxis.

Schmuckgrafik   Bildrechte: MJ
Stiftung Opferhilfe  

Artikel-Informationen

erstellt am:
01.08.2022

Ansprechpartner/in:
Herr Christian Lauenstein

Nds. Justizministerium
Pressesprecher
Am Waterlooplatz 1
30169 Hannover
Tel: 0511 / 120-5044

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