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Selbstverteidigung per Knopfdruck

Neue Lehrvideos für Bedienstete des Justizvollzuges / Fachhochschule und Justiz kooperieren


Eine besondere Kooperation sind das Niedersächsische Justizministerium und die Hochschule Hannover eingegangen. Studierende des Studiengangs Mediendesign haben unter der Leitung von Professor Markus Fischmann für den Justizvollzug mehrere Lehrvideos produziert, in dem die Techniken des sog. unmittelbaren Zwangs erläutert und gezeigt werden – also Techniken der Selbstverteidigung oder andere Techniken der körperlichen Einwirkung auf andere Personen. Die Videos wurde heute erstmalig im Kinosaal des Planet MID auf dem ehemaligen Expo-Gelände in Hannover gezeigt.

Justiz-Staatssekretär Dr. Stefan von der Beck erklärt die Notwendigkeit solcher Techniken: „Das Klima in den Gefängnissen wird rauer. Wir beobachten in den Anstalten eine erschreckende Respekt- und Distanzlosigkeit – so wie sie in diesen Tagen auch die Polizei, die Feuerwehr oder selbst Sanitätsbedienstete immer wieder beschreiben.“

Aus diesem Grund werden die Bediensteten des niedersächsischen Justizvollzuges regelmäßig in deeskalierender Gesprächsführung geschult, aber auch in Selbstverteidigung sowie in der Anwendung des unmittelbaren Zwanges. Jede Justizvollzugseinrichtung verfügt über Ausbilderinnen und Ausbilder, die ein solches Training zur Konfliktbewältigung und Selbstverteidigung anbieten. Unmittelbarer Zwang kann zum Beispiel zum Einsatz kommen, wenn Gefangene ihren Haftraum verbarrikadieren oder körperlich ausfällig werden.

Die neuen Lehrvideos sollen helfen, die erlernten Techniken auch nach einer Übungseinheit zu visualisieren und zu wiederholen. Die Videos wurden von Studierenden der Hochschule Hannover erstellt und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Justizvollzuges inhaltlich begleitet. Die Aufnahmen werden in einer eigenständigen Web-Applikation programmiert und sollen künftig auf den Dienstcomputern im Justizvollzug zur Verfügung stehen.

Staatssekretär Dr. von der Beck: „Allen Mitwirkenden an diesem innovativen Projekt gilt mein herzlicher Dank. Vor allem freut mich, dass Herr Professor Fischmann und sein Team so beeindruckt von ihren Einblicken in die Welt des Justizvollzuges waren, dass sie neben den Lehrvideos auch noch einen Imagefilm über die Einsatzteams in den niedersächsischen Justizvollzugseinrichtungen produziert haben. Das spricht dafür, dass diese Kooperation für alle Seiten ein Gewinn ist.“

Presseinformation
Artikel-Informationen

14.01.2020

Ansprechpartner/in:
Herr Christian Lauenstein

Nds. Justizministerium
Pressesprecher
Am Waterlooplatz 1
30169 Hannover
Tel: 0511 / 120-5044

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