Nds. Justizministerium klar

Der Landespräventionsrat Niedersachsen – Kriminalprävention geht uns alle an

Mit Kriminalprävention sind alle staatlichen und privaten Maßnahmen gemeint, die dazu dienen, Straftaten vorzubeugen. Prävention heißt in diesem Fall, aktiv zu werden, noch bevor es zu einer Straftat kommt

Der italienische Rechtsphilosoph Cesare Beccaria (1738 - 1794) sagte: „Besser ist es, den Verbrechen vorzubeugen als sie zu bestrafen". Genau darauf konzentrieren sich die Aufgaben der Kriminalprävention. So soll Kriminalprävention Straftaten verhindern, in der Intensität mindern oder zumindest die Folgen der Straftaten gering halten. Auch die Furcht vor Kriminalität soll den Bürgerinnen und Bürgern genommen werden, so dass sie sich an ihrem Wohnort sicher fühlen.

Kriminalprävention arbeitet auf drei Ebenen:

1. Primärprävention

Das Ziel dieser ersten Ebene ist es, zu verhindern, dass eine Person Straftaten begeht. Deshalb sollen vor allem soziale Ursachen für Straftaten beseitigt werden. Dafür gibt es verschiedene Maßnahmen, z. B. in den Bereichen Familie, Schule, Kita, Freizeit und Wohnen. Diese Maßnahmen richten sich überwiegend an Kinder und Jugendliche.

2. Sekundärprävention

Das Ziel der zweiten Ebene ist es, Gelegenheiten für eine Straftat zu verhindern bzw. zu reduzieren, z. B. durch den Gebrauch von Fahrradschlössern oder durch einbruchhemmende Fenster und Türen. Auch eine aufmerksame Nachbarschaft kann dazu beitragen, das Entdeckungsrisiko für Straftäter zu erhöhen und so z. B. Wohnungseinbrüche zu verhindern.

3. Tertiärprävention

Das Ziel der dritten Ebene ist es, Personen, die eine Straftat begangen haben, vor dem Rückfall zu bewahren. Für die Rückfallverhütung gibt es verschiedene Maßnahmen, z. B. können Straftäter durch eine Therapie oder durch die Bewährungs- und Straffälligenhilfe Unterstützung bekommen.

Täter begehen ihre Straftaten häufig an ihrem Wohnort. Deswegen ist es wichtig, dass Kriminalprävention vor allem auf kommunaler Ebene stattfindet. In den letzten 20 Jahren hat sich die Kriminalprävention in Niedersachsen auf kommunaler Ebene etabliert. Viele zuständige Institutionen und auch einzelne Personen beteiligen sich und tragen zu einem Netzwerk in der Kommune bei, das sich effektiv um die Kriminalprävention vor Ort kümmert. So gibt es zurzeit in Niedersachsen rund 200 kommunale Präventionsgremien, die sich aktiv der Kriminalprävention widmen. In den Gremien arbeiten Beteiligte und Fachleute aus vielen verschiedenen Bereichen zusammen (u. a. Polizei, Schule, Kommunalverwaltung, Justiz). Sie bearbeiten Fragen zu der örtlichen Kriminalitätsbelastung und ihrer Vorbeugung. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, rufen die Gremien Maßnahmen ins Leben, die sich an unterschiedliche Bevölkerungsgruppen richten. Auch Bürgerinnen und Bürger arbeiten in den Gremien. Schließlich sind sie die Zielgruppe in Bezug auf mehr Sicherheit in der Kommune.

Landespräventionsrat Niedersachsen

Die Kommunen können Hilfe bei der Organisation und inhaltlichen Gestaltung ihrer Präventionsarbeit bekommen. Dafür wurde 1995 durch Beschluss der Landesregierung der Landespräventionsrat Niedersachsen (LPR) gegründet, der zurzeit rund 270 Mitglieder hat. Im LPR sind viele kommunale Präventionsgremien, landesweit tätige Verbände, Institutionen und Ministerien sowie wissenschaftliche Einrichtungen vertreten.

Die Geschäftsstelle des LPR befindet sich im Niedersächsischen Justizministerium. Dort werden alle Maßnahmen koordiniert, die erforderlich sind, um die Ziele der Kriminalprävention zu erreichen. Die Geschäftsstelle ist außerdem für die Informationsvermittlung zwischen den kommunalen Ebenen, der Landes- und Bundesebene sowie der internationalen Ebene zuständig.

Zu den Hauptaufgaben des LPR gehören:

  • Beratung, Unterstützung, Förderung und Qualifizierung von kommunalen Präventionsgremien bzw. handelnden Personen in der örtlichen Kriminalprävention
  • Einführung und Koordinierung landesweiter Modellprojekte zur Kriminalprävention
  • Durchführung von Informations- und Fachveranstaltungen sowie Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen der Kriminalprävention
  • Mitwirkung in Kooperationen, Netzwerken und Partnerschaften für Kriminalprävention auf Landes- und Bundesebene sowie auf internationaler Ebene

Mehr Informationen zum Landespräventionsrat Niedersachsen finden Sie unter www.lpr.niedersachsen.de.


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