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Neue landesweit zuständige Cybercrime-Zentralstelle für Niedersachsen

Die Niedersächsische Justiz verstärkt ihre Anstrengungen im Kampf gegen Cyberkriminalität deutlich und bündelt die Kräfte durch die Schaffung einer neuen Zentralstelle für ganz Niedersachsen. Die zum 01.06.2026 errichtete Zentralstelle Cybercrime Niedersachen (ZCN) ist bei der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg angesiedelt und hat als Außenstelle der Generalstaatsanwaltschaft ihren Sitz in Osnabrück. Dort werden zunächst 15 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte die vielfach sehr umfangreichen und internationalen Ermittlungsverfahren aus dem Bereich der Internetkriminalität, wie z.B. DDoS-Angriffe, Cybertrading-Betrug oder Ransomware-Verfahren, bearbeiten. Eine weitere personelle Aufstockung der Abteilung in den nächsten Jahren ist beabsichtigt.

Heute, am 18.06.2026, wurde die neue Zentralstelle von der Niedersächsischen Justizministerin Dr. Wahlmann und dem Generalstaatsanwalt Andreas Heuer als Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg offziell eingeweiht. Auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück, Frau Katharina Pötter, und der Leiter der Zentralstelle, Herr Oberstaatsanwalt Carsten Rosengarten, begrüßten die zahlreichen Gäste aus Politik, Justiz und Polizei im Ratssitzungssaal des Historischen Osnabrücker Rathauses.

Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann: „Mit dieser Zentralstelle schaffen wir eine schlagkräftige und hochspezialisierte Einheit im Kampf gegen Cyberkriminalität. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Damit das so bleibt, müssen wir als Justiz entschlossen reagieren. Die Kolleginnen und Kollegen, die wir für unsere Zentralstelle gewinnen konnten, bringen nicht nur exzellente juristische Expertise mit – sie sind auch ausgewiesene IT-Spezialisten. Genau das brauchen wir, um den immer professioneller agierenden Tätern effektiv die Stirn zu bieten.“

Auch Andreas Heuer, Generalstaatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg, zeigte sich hocherfreut über die Einrichtung der neuen Zentralstelle bei seiner Behörde: “Die Kriminellen im Bereich des Cybercrime spezialisieren sich immer weiter. Die Täter verursachen dabei immense wirtschaftliche Schäden. Immer öfter kommen die Folgen dieser Straftaten aber auch unmittelbar bei den Menschen an. Wir müssen mit dieser Entwicklung Schritt halten. Die neue Zentralstelle Cybercrime bündelt Strukturen, Erfahrung und Fachwissen, um die komplexen Ermittlungen zukünftig noch effektiver führen zu können“, so Heuer.

Warum ist die weitere Zentralisierung sinnvoll?

Schwere Straftaten aus dem Bereich der Internetkriminalität sind sehr komplex und erfordern ein hohes Maß an Fachkenntnis. Schnelles Handeln und die Fokusierung auf erfolgversprechende Ermittlungsmaßnahmen sind essentiell für die Möglichkeit, Täter zu ermitteln, welche ihrerseits alle technischen Möglichkeiten nutzen, um ihre wahre Indentität zu verbergen. Mit der Bündelung der Fachkompentenz in einer neuen Zentralstelle wollen wir noch schneller und effektiver werden. Die Konzentration ermöglicht einen unmittelbaren Austausch über neue Entwicklungen und liefert den ermittelnden Polizeidienststellen jederzeit einen verlässlichen Ansprechpartner.

Warum wurde die neue Zentralstelle bei der Generalstaatsanwaltschaft angesiedelt?

Mit der Ansiedelung der neuen Zentralstelle Cybercrime Niedersachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg folgt die Niedersächsische Justiz einem Weg, der sich bereits in anderen Bundesländern (z.B. Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg) bewährt hat. Die landesweit zuständige Zentralstelle bündelt das vorhandene Fachwissen und schafft einen zentralen Ansprechpartner.

Warum eine Außenstelle in Osnabrück?

Der Standort Osnabrück bietet einige wesentliche Vorteile. Zunächst handelt es sich bei Osnabrück um einen Standort, der bereits in der Vergangenheit bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück eine spezialisierte Zentralstelle zur Bekämpfung von Cybercrime und Mitarbeiter mit der hierfür erforderlichen Fachexpertise vorweisen kann. Viele dieser erfahrenen Sachbearbeiter konnten nun auch für die neue ZCN gewonnen werden. Als Hochschulstandort für das Studium der Rechtswissenschaften beherbergt Osnabrück zudem eine große Zahl an Studierenden, die ihren Lebensmittelpunkt bereits dort haben und als potentiell neue Mitarbeitende der Zentralstelle in Betracht kommen. Die Nähe zu Nordrhein-Westfalen mit seinen Hochschul- und Behördenstandorten u.a. in Münster und Bielefeld ermöglicht interessierten Berufseinsteigenden oder bereits erfahrenen Staatsanwältinnen und Staatsanwälten bei den dortigen Staatsanwaltschaften einen unkomplizierten Wechsel nach Niedersachsen.

Detailierte Informationen zur Zentralstelle Cybercrime Niedersachsen finden sich in der sogenannten Einrichtungs-AV (Ausführungsverordnung), welche unter der Gliederungsnummer – VORIS 33210 – abrufbar ist.

Schmuckgrafik   Bildrechte: MJ

Artikel-Informationen

erstellt am:
18.06.2026

Ansprechpartner/in:
Frau Verena Brinkmann

Nds. Justizministerium
Pressesprecherin
Am Waterlooplatz 1
30169 Hannover
Tel: 0511 / 120 5044

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