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75 Jahre Niedersachsen, 75 Jahre Justizgeschichte

"Chance auf Rückkehr in die Gesellschaft“ – mehr als 40 Jahre Jugendanstalt Hameln


Die letzte Station auf ihrer Zeitreise durch 75 Jahre Justizgeschichte in Niedersachsen hat Justizministerin Barbara Havliza am heutigen Freitag in die Jugendanstalt Hameln geführt.

Auf dem Programm des Besuchs standen die Teilnahme an einer Übung des Feuerwehrlehrgangs für Gefangene, ein Austausch mit den ehrenamtlichen Betreuern, eine Gesprächsrunde mit Hamelner Bürgerinnen und Bürgern und ein abschließender Besuch des Ausbildungsrestaurants.

Havliza lobte die Arbeit der Jugendanstalt: „Das Konzept der Anstalt mit einem vielfältigen Angebot an schulischer und beruflicher Ausbildung und Arbeitsplätzen hat sich bestens bewährt. Eine gute Ausbildung ist die Grundlage für ein künftiges straffreies Leben. Mein Dank für die hervorragende Arbeit mit den jungen Gefangenen gilt den engagierten Bediensteten und den vielen Ehrenamtlichen für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie vermitteln den jungen Menschen entscheidende Grundwerte. Das Engagement in der freiwilligen Feuerwehr ist zugleich ein Einsatz für Menschen, die gefährlichen Situationen ausgesetzt sind. Sich hier zu betätigen bedeutet immer auch, Verantwortung für andere zu übernehmen.“

Die Jugendanstalt Hameln wurde vor gut 40 Jahren - im Sommer 1980 - im Beisein von Bundespräsident Karl Carstens eröffnet. „Weil ich die mit dieser Jugendstrafanstalt verfolgte Absicht unterstützen möchte, denen, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, die Chance einer Rückkehr in die Gesellschaft zu geben", sagte Carstens damals. Das ist seither in vielen Fällen gelungen.

Die Anstalt ist die größte Jugendstrafvollzugseinrichtung in der Bundesrepublik.

Sie verfügt – mit der Abteilung für den offenen Vollzug in Göttingen – über gut 700 Haftplätze für männliche jugendliche und heranwachsende Straftäter von 14 bis 24 Jahren. In der gesamten Einrichtung sind 470 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Darüber hinaus wird der Vollzug von 60 Ehrenamtlichen unterstützt. Die Gefangenen sind durchschnittlich 20,5 Jahre alt und verbüßen Jugendstrafen von 6 Monaten bis zu 10 bzw. 15 Jahren. Zu Haftbeginn verfügen 70% der Inhaftierten über keinen Schulabschluss und 99% nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Schmuckgrafik   Bildrechte: MJ
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75 Jahre Niedersachsen

Artikel-Informationen

erstellt am:
22.10.2021
zuletzt aktualisiert am:
28.10.2021

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