Nds. Justizministerium klar

e²-Verbund und die Verbundprodukte


Um die in dem eJustice-Gesetz festgeschriebenen Ziele zu erreichen, haben sich die Länder Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Saarland und Sachsen-Anhalt durch Zeichnung einer Vereinbarung zur Gründung eines gemeinsamen Entwicklungs- und Pflegeverbunds im Hinblick auf die elektronische Aktenführung zusammengeschlossen - der e²-Verbund. Die Länder haben vereinbart, die technischen Funktionalitäten gemeinsam zu entwickeln.

Die neuen Anwendungen tragen den „Familiennamen" e² [sprich: e zwei]. e² steht für ergonomisch und elektronisch. Dazu kommt als „Rufname" jeweils ein Buchstabe, der den Anwendungsbereich der Software bestimmt, also zum Beispiel e²T [sprich: e zwei T] für ergonomische elektronische Textanwendung.

Derzeit werden insgesamt vier e²-Produkte (Softwareanwendungen) entwickelt. Dabei obliegt jeweils einem Bundesland die Federführung und somit die Hauptverantwortung. Ziel ist es, diese Softwareanwendungen in allen Verbundländern einsetzen zu können.


e²T - eine moderne Textverarbeitung

e²A - die ergonomische elektronische Akte

e²P - ein innovatives Posteingangs- und -ausgangsmanagement

e²S -Saalanzeige- und Saalmanagementsystem


e²T - eine moderne Textverarbeitung

Unter der Federführung des Landes Niedersachsen wird eine allgemein verwendbare elektronische Textanwendung entwickelt. Ziel ist es, ein neues, einfaches und auf Standardbürosoftware basierendes Textsystem einzusetzen, das die justizinternen Abläufe vereinfacht.

Zu diesem Zweck sollen insbesondere Verfügungen entsprechend der vertrauten Handhabung in Papierform elektronisch abgebildet (Bildschirmverfügung) und die resultierenden Folgedokumente automatisiert ausgegeben werden können.

Die Anwendung e²T:

  • unterstützt die Entscheider bei der Verfügung am Bildschirm,

  • ermöglicht die automatisierte Erstellung von Dokumenten aufgrund der am Bildschirm getroffenen Verfügungen unter der Nutzung elektronisch geführter Verfahrensdaten,

  • stellt integrierte Funktionen zur Erstellung auch komplexer Verfügungsvorlagen zur Verfügung,

  • basiert auf einem modularen Architekturkonzept, ist flexibel in unterschiedlichen Betriebsszenarien einsetzbar und für alle Bereiche der ordentlichen Gerichtsbarkeit geeignet und

  • ist so konzipiert, dass Standardkonstellationen schnell und mit wenig Aufwand bearbeitet werden können.


e²A - die ergonomische elektronische Akte

Eine allgemein verwendbare elektronische Akte wird unter der Federführung des Landes Nordrhein-Westfalen entwickelt. Die elektronische Akte soll die Papierakte in der Justiz ersetzen.

Ziele sind insbesondere, dass:

  • sämtliche zur Fallbearbeitung erforderlichen Arbeitsschritte übersichtlich und ergonomisch abgebildet werden,

  • die Dokumente der Akte im Vordergrund stehen und in ihrer Darstellung auf elektronischen Medien optimiert werden,

  • die Bearbeitung der elektronischen Akte so einfach und „praxisnah" wie möglich gestaltet werden und

  • ein Schwerpunkt auf die Entwicklung und Einbindung von Werkzeugen zur inhaltlichen Erschließung des Akteninhalts gelegt wird.

e²P - ein innovatives Posteingangs- und -ausgangsmanagement

Unter der Federführung des Landes Hessen wird eine einheitliche Anwendung zur Kommunikation für den elektronischen Rechtsverkehr auf Basis der hessischen ELEVATOR-Konzeption entwickelt. Ziel ist es, einen weitgehend automatisierten Postein- und Postausgang unter Verwendung strukturierter Daten (Metadaten) zu gewährleisten.

Die Anwendung e²P:

  • berücksichtigt unterschiedliche Postein- und Postausgangskanäle im Sinne eines einheitlichen Input- sowie Output-Managements,

  • fördert und vereinfacht den Datenaustausch zwischen Justizbehörden oder Gerichten und externen Partnern und

  • gewährleistet eine nachvollziehbare und recherchierbare Kommunikation.

e²S -Saalanzeige- und Saalmanagementsystem

Die Softwarelandschaft des e²-Verbunds soll zukünftig auch über ein modernes und ergonomisches Saalmanagement verfügen. Unter der Federführung des Landes Sachsen-Anhalt wird ein einheitliches Saalanzeige- und managementsystem entwickelt. Die Grundlage bildet die in Sachsen-Anhalt entwickelte Software E-CRoM II, welche bereits vereinzelt in den Ländern Bremen, Hessen, Niedersachsen, Saarland und Sachsen-Anhalt eingesetzt wird. Diese Software wird weiterentwickelt und an die Bedarfe der e²-Länder angepasst.


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